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Torquay United |
maps.google.de wikipedia Torqay Mad |
BBC Football footballgroundguide.com/ Tony Kempster (R.I.P.) Mike Avery: Non League Football Stats 2010-11 |
wikipedia SCFC mad |
05.02.2011, Plainmoor, League 2 |
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Die Ursprünge des Torqay United FC liegen im Jahr 1899, als eine Gruppe von Schulabgängern in der
Küstenstadt im County Devon einen Fußballclub gründeten, aber in der heutigen Form gibt es die
'Gulls' (Möwen) erst seit 1921, als man mit einem Club names Babbacome fusioniert und zum Proficlub
wurde. 1927 profitierte man davon, daß der walisische Aberdare Athletic nicht in die Football League
zurückgewählt wurde und erlangte Ligastatus, wo man die Rolle einer klassischen grauen Maus einnahm.
Bis 2007 spielte man stets auf Levels 3 oder 4 und schrammte immer wieder haarscharf am Abstieg aus Level 4 vorbei.
So wurde der Club diverse Male als Tabellenletzter zurück in die Liga gewählt und auch nach der Einführung des
automatischen Abstiegs für den Tabellenletzten 1986 blieb man einmal - 1994 - in der Liga, weil der Sieger
der Football Conference Stevenage Borough kein ligataugliches Stadion vorzuweisen hatte. Zuvor hatte Torqay 1987
Geschichte - oder besser gesagt ein gern erzähltes Anekdötchen - geschrieben, als man am letzten Spieltag den Abstieg
vermied, weil in der Nachspielzeit das Ausgleichstor gegen Crewe Alexandra glückte und diese Nachspielzeit zustande
gekommen war, weil ein Polizeihund einen Spieler gebissen hatte. 2007 war Torqay schließlich selbst selbst in der
Rolle des Gebissenen, und die Gulls stiegen nach 80jähriger Zughörigkeit aus der Liga ab, was sich aber auch als
Neuanfang entpuppte, denn zwei Jahre später gelang über die Playoffs mit Siegen über Histon und Cambridge die Rückkehr
ins Profilager. Die Aufstiegssaison verlief durchaus erfolgreich, und Torquay schloß 13 Punkte oberhalb der Abstiegszone
ab, und auch aktuell steht man im Mittelfeld der League 2, wo man es heute mit Stockport United zu tun hat, das als
Absteiger in die Liga gekommen ist und im Falle einer Niederlage erneut Tabellenletzer sein könnte, so daß man möglicherweise
vor dem Verlust des Ligastatus steht, der Torquay vor vier Jahren getroffen hat - im Falle von Stockport würde damit eine
Geschichte von 107 Jahren im Profifußball zuende gehen.
Bei einer steifen Brise und Dauerregen findet die Partie unter ungemütlichen Bedingungen statt, und ungemütlich wird
es auch schnell für Stockport County, das sich in die Defensive gedrängt sieht und sich schnell bei Torhüter Matthew
Glennon bedanken kann, daß es noch 0:0 steht. Das ändert sich nach 13 Minuten, als Stockports Paul Turnbull ein
desaströser Rückpaß unterläuft und Glennon zwar Billy Kees Aufsetzer abwehren kann, gegen den Nachschuß von Chris
Zebroski aber machtlos ist. Tatsächlich bedeutet dieser Treffer die Entscheidung, da das völlig kraftlose und uninspirierte
Stockport während der gesamten Spielzeit zu keiner einzigen Torchance kommen soll, aber zumindest können die Gulls noch bis weit
in den zweiten Abschnitt nicht erhöhen, bevor es in der 74. Minute mit Kee ein Spieler ist, der auch am ersten Treffer Torquays
beteiligt war, der für das 2:0 sorgt und dabei die ganze Arbeit selbst macht, als er das Leder im Mittelfeld erobert, und von
der Strafraumgrenze aus im Tor unterbringt - auf dem Weg allerdings auch nicht ernsthaft von der County-Defensive gestört wird.
Am Ende hat Torquay United drei weitere Zähler auf dem Konto, während man auf den Klassenerhalt von Stockport besser kein
Geld setzen sollte, wenn die heuitge Leistung ein Maßstab für die Qualität des Teams sein sollte.
Weniger als die heutigen 1954 Menschen konnte man in Torquay zu keinem Spiel der laufenden Saison begrüßen, in der die
Zuschauerzahlen bisher zwischen 1680 (gegen Northampton) und 2444 (gegen Hereford) lagen. Ab und zu gibt es einmal etwas
Support in Form von Gesängen, nachdem man zu Beginn England-untypisch eine Blockfahne quer über die Gegenseite wandern
läßt, und auf Hintertorseite der Heimfans haben sich ein paar jüngere Fans mit Klatschballons niedergelassen, die auch
schon einmal etwas 'Kinderchor' zum besten geben. Deutlich aktiver zeigen sich die 196 Gästefans im
Hintertorbereich gegenüber, die nicht nur wesentlich mehr der Sangeskunst frönen als der Torquay-Anhang, sondern
mit Chants wie "We only sing when we're losing" auch noch Galgenhumor zeigen. Mit Humor reagieren allerdings auch
einmal die Torquay-Fans, die Stockports "Shall we sing a song for you?" mit "Can you sing a song for us?" kontern.
Letztendlich kann man der Partie bescheinigen, daß so etwas wie Fußballatmosphäre dabei geherrscht hat, und das ist ja
mehr, als von vielen Spielen im England des 21. Jahrhunderts gesagt werden kann.
Plainmoor ist eigentlich ein Stadtteil von Torquay, dürfte aber als Namen des Stadion der heutigen
Gastgeber bekannter sein. Das Stadion wird bereits seit 1910 von den Vorgängern des aktuellen Clubs genutzt
und war davor bis 1904 als Rugbystadion in Betrieb gewesen. Das heutige Aussehen hat die Anlage in den 1980er
Jahre bekommen, nachdem bereits 1927 eine hölzerne Haupttribüne errichtet worden war. Heute gibt es drei Seiten
mit relativ modernen überdachten Tribünen, wobei es allerdings auf der Gegenseite und hinter einem Tor Stehplätze
gibt, was mancher wohl selbst in der League 2 als anachronistisch empfinden könnte. Hinter dem zweiten Tor sind
Sitzplätze vorhanden, und das gilt auch für die zwei alten Giebeldachtribünen, die auf der Hauptseite nebeneinanderstehen,
ohne die Längsseite komplett abdecken zu können und deren Tage wohl gezählt sind. Der Club hat gerade die Erlaubnis
erhalten, eine neue Haupttribüne zu errichten, die 1750 Sitzplätze bieten und die Kapazität des Plainmoor auf
6196 erhöhen soll, wie hier im
Internetangebot der Gulls beschrieben und mit Planzeichnungen dokumentiert ist.
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